Und dann neh´m mer irgend-so-aan g´kauften Kaiserschmarrn un´ pimpn´ eahn auf…
Sagte vor kurzem ein Redner und Gastro-Consultant aus Süddeutschland vor einer großen Gruppe anwesender Gastronomen.
Wenn ich mich an meine Zeit in USA zurückdenke, dann war ein „Pimp“ schlicht und ergreifend ein Zuhälter. Ein „Pimpmobile“ das meistens übermäßig mit Spoilern, Breitreifen und anderem Krimskrams aufgemotzte Auto desselben und meist war der Fahrer dieses Wagens genau so passend aufgemotzt – mit Goldkettchen, breiten Gürteln und anderen Zeichen seines Standes.
Durch eine auf MTV ausgestrahlte Sendung „Pimp my car“, in der alte, gerade noch fahrbare, Rostlauben von einem Spezialisten-Team unter größten finanziellen und sonstigen Mühen umgebaut und mit einer Menge unnötiger Extras versehen wurden, hat sich dieser Begriff unter seiner jetzigen Bedeutung bei uns mittlerweile eingedeutscht.
Zurück zum Kaiserschmarrn – beim Vergleich mit einem alten, schrottreifen Auto, für das man viel Mühe und Geld braucht, um es wieder in ein fahrbares Auto zu verwandeln, stelle ich mir gleichfalls einen Kaiserschmarrn vor, der so schlecht ist (als Industrie-Fertigprodukt), daß man auch hier viel Mühe und Geld investieren muss, um daraus etwas halbwegs essbares zu erschaffen.
Und warum das Ganze ?
Weil „man“ einen Kaiserschmarrn südlich der Mainlinie einfach auf der Karte haben muss. Und weil man weder die Mitarbeiter, noch die Zeit und schon gar keine Lust hat, diesen frisch zu machen, greift man eben auf die sogenannten Convenience-Produkte zurück.
Da diese aber so uniform schmecken – von den diversen Pülverchen einmal abgesehen, die ihr Innenleben so interessant machen – müssen wir diesen Schrott auch noch „pimpen“.
Soll das die Zukunft sein ? Werden die Kunden und Gäste in der Gastronomie wirklich so „verarscht“ und für dumm verkauft ?
Ich sehe dies anders, denn: Wo nix g´scheits drin is´, kann´s au´ net g´scheit schmecke´, OD´R ?


